Freude in Gott, meinem Heil

Apostel Kasper hält Gottesdienst in der Gemeinde Bansin

Apostel Kasper diente am 8.7.2026 den Geschwistern der Gemeinden Bansin und Wolgast.

Die Freude am Herrn stand im Mittelpunkt der Predigt. Als Grundlage diente das Bibelwort aus Habakuk 3,18: „Aber ich will mich freuen des Herrn und fröhlich sein in Gott, meinem Heil."

Die Botschaft des Propheten Habakuk

Apostel Kasper betonte, dass der Prophet nicht als Befehl formuliere „ihr müsst euch alle freuen", sondern von sich selbst spreche: „Ich will mich freuen." Diese Aussage gewinne besondere Bedeutung im Kontext der Prophetie Habakuks. Als Gerichtsprophet um 600 vor Christus kündigte er den Untergang Jerusalems an – die siebzehn Verse vor seinem Bekenntnis seien ein Klagelied gewesen.

Doch dann komme das entscheidende Wort, erklärte der Apostel: „Aber die Freude fußt nicht auf den Umständen, sondern sie fußt auf Gott, in Gott. Sie ist nicht abhängig von dem, was geschieht, sondern sie ist abhängig von dem, was ist." Der Prophet erwarte den Untergang, wisse aber: Gott bleibt Gott.

Gottes Gegenwart auch in dunklen Zeiten

Gott erklärt nicht das Leid, sondern führt durch das Leid

Apostel Kasper wandte sich der Lebenswirklichkeit der Gemeinde zu. Es gebe viele Situationen, in denen sich die Frage nach dem „Warum" stelle – Fragen, die man an Gott richten dürfe und auch solle, denn „wir sind seine Kinder, wir können mit ihm über alles reden".

Doch Gott erkläre das Leid nicht immer. Es gebe viele Situationen mit mehr Fragezeichen als Antworten. „Aber Gott führt uns durch das Leid. Gott ist nicht weg in dieser Situation", betonte der Apostel. Die Freude in Gott fuße nicht auf den Umständen, auf dem was passiere, sondern in Gott selbst – „und das ist eine andere tragfähige Basis".

Gottes Allgegenwart

Bezirksvorsteher Torsten Eisak führte den Gedanken fort: „Es gibt keinen Raum auf dieser Erde, es gibt keinen Raum in unserem Denken, wo Gott nicht ist. Er ist allgegenwärtig." Auch wenn Dunkelheiten seien, auch wenn es schwierig werde, sei Gott da. „Gott bleibt Gott."

Vertrauen statt Optimismus

Eine bewusste Entscheidung

Das „Aber" Habakuks sei nicht die Wende zum Optimismus, wurde betont, sondern zum Vertrauen. Optimismus könne man ableiten, er basiere auf äußeren Gründen. Doch wenn man es mit Gott zu tun habe, „das ist dieser allgegenwärtige Gott, der All-ewige, der alles kann, der mein Vater ist und da kann ich Vertrauen haben".

Habakuk habe sich für die Freude entschieden. Man habe die Möglichkeit zu sagen: „Ich entscheide mich für die Freude."

Anwendung auf die heutige Gemeinde

Der Bezirksvorsteher übertrug diese Botschaft auf die aktuelle Situation: Man könne darauf schauen, dass die Gemeinden kleiner werden, dass das Christentum abnehme, dass die demografischen Zahlen negativ seien. Oder man vertraue auf Gott und sage: „Ich freue mich, dass ich meinen Bruder, meine Schwester an meiner Seite habe. Das ist mir so viel wert."

Dies sei ein bewusstes Abwenden von negativen Blicken und den daraus folgenden Haltungen. Stattdessen gelte es zu sagen: „Ich schaue auf Gott, der sich nicht verändert, egal ob wir jetzt viele sind oder wenige und der als gut hinausführen kann."

Gott genügt – ein anderer Ansatz

Nicht Besitz führt zur Freude

Die Predigt beleuchtete das biblische Beispiel des reichen Kornbauern, der meinte: „Jetzt habe ich gut gewirtschaftet, die Scheunen sind voll, jetzt kann ich's mir gut gehen lassen." Die Gleichung „Besitz, Sicherheit, dann Freude" gehe oft nicht auf.

Habakuk mache eine andere Regel auf: „Nicht Besitz, Sicherheit und Freude, sondern Gott, Freude, Standhaftigkeit." Wer Gott habe, könne stehen – in der Lebenssituation, im Glauben, in der Gemeinde, in der Umwelt, weil man dieses Vertrauen auf Gott habe.

Sich freuen, weil Gott genügt

Es gehe nicht darum, sich zu freuen, weil Gott so viel gebe – obwohl Gott alles schenke. „Sondern ich freue mich, weil Gott mir genügt. Das ist ein anderer Gedanke." Die Freude nehme nicht automatisch zu, nur weil etwas steige, sondern weil Gott uns genüge. Dies sei eine lebenslange Übung, „aber es macht uns frei von vielen Dingen. Es macht uns frei von dunklen Gedanken, zaget nicht von Verzagtheit".

Gott ist unser Heil

Ganzheitliche Heilung statt Reparatur

Habakuk sage: „Und fröhlich sein in Gott, meinem Heil" – nicht im Gott des Wohlstandes, sondern des Heils. Gott wolle es heil machen. Er wolle nicht hier reparieren und da etwas in Ordnung bringen, sondern „heil machen heißt in einen ganzheitlichen Zustand bringen. Da ist alles in Ordnung. Da ist das Verhältnis zwischen Gott und Mensch in Ordnung gebracht."

Es gehe nicht ins Kleinklein, irgendetwas zu verbessern und zu optimieren. „Das ist gar nicht der Ansatz Gottes, sondern Heil zu schenken."

Mut zum Glauben im Jahr 2026

Man dürfe diesen Mut haben, das zu glauben und anzunehmen – auch im Jahr 2026. „Wir sind ja nicht rückständig und irgendwie verhaftet und sehen nicht das, was aktuell ist. Das sehen wir alles", wurde betont. Aber man dürfe den Mut haben zu sagen: „Ah, ich habe den Gott meines Heils. Das ist meine Rettung."

Das Jahresmotto: „Fürchte dich nicht, glaube nur"

Kein Schönwetterglauben

In der Predigt wurde das Jahresmotto des Stammapostels aufgegriffen: „Fürchte dich nicht, glaube nur." Der Gedanke sei naheliegend: „Wir wollen nicht nur einen Schönwetterglauben haben."

Man wolle den Glauben nicht wegwerfen, wenn einmal andere Tage kämen. „Wir beten in unserem Vater, im Unser Vater Gebet: Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden", wurde betont, mit dem Zusatz: „Wir wollen auch innerlich dem Gedanken Raum geben, dass der Wille Gottes auch in unserem Leben geschieht."

Tiefe Ruhe in der Seele

In der Seelsorge gebe es oft Situationen schwerer Krankheit, bei denen man den Wunsch nach Gesundung habe. Doch es gehöre auch Mut dazu zu sagen: „Dein Wille geschehe." Wenn beide Seiten das akzeptierten, „dann merkt man eine tiefe Ruhe in der Seele".

Der Wille des Herrn sei es, uns zu begleiten durch gute und böse Zeiten hin zur ewigen Heimat. „Das ist der Mehrwert des Christseins. Das ist der Mehrwert unseres Glaubens."

Freude kommt von innen

Ursachen zur Freude

Freude könne man nicht befehlen, betonte Evangelist Rainer Schulz aus der Gemeinde Binz. „Freude kann nicht von außen kommen. Freude kann einzig und allein von innen kommen, aus der eigenen Seele heraus." Man müsse eine Ursache zur Freude haben.

Der Gottesdienst habe an diesen Ursachen „gekitzelt" und gesagt: „Guck mal nicht auf deinen Alltag", sondern „schau auf das, was wirklich Freude bei dir auslöst. Gott will dein Heil. Gott liebt dich. Gott will dich erretten. Gott ist bei dir in allen Verhältnissen."

Vertrauen wie ein Kind

Mit einem eindrücklichen Bild aus der Kindheit wurde die Botschaft veranschaulicht: Wenn ein Kind gefallen sei oder eine schlechte Note geschrieben habe und die Eltern sagten „Das wird alles wieder gut", habe das Kind dies ergriffen. „Warum? Weil wir zu unseren Eltern ein grenzenloses Vertrauen hatten."

„Und jetzt sagt der große allmächtige Gott das dir: Es wird alles wieder gut in deinem Leben", wurde betont. Gott ändere nicht immer die Lebenssituation, aber er sage: „Egal was ist, ich bin an deiner Seite. Du darfst Vertrauen haben."

Der Wert von Vertrauen und Liebe

Was schaffe Freude? Natürliche Sicherheit, Reichtümer? „Wenn das Konto stimmt, ja, ist schon ein gutes Ruhekissen." Aber wie viel mehr wert sei es, geliebt zu werden und Vertrauen haben zu dürfen?

„Unserem großen allmächtigen Gott dürfen wir vertrauen, weil er für uns nicht nur der Schöpfer ist, weil er uns, für uns der Vater ist, mit einem liebenden Vaterherzen. Und egal was ist, er legt den Arm dich und sagt: 'Mein Kind, ich hab dich lieb. Ich will nur dein Heil.'"